Verringerung des Holzeinschlags hätte global negative Umweltwirkungen

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Eine Verringerung des Holzeinschlags in den europäischen Wäldern würde global zu einer Verlagerung der Holzproduktion führen, die negative Umweltauswirkungen haben könnte. Diese Warnung findet sich in einer gestern vorgelegten Studie des Thünen Instituts. Untersucht wurden die Auswirkungen der Biodiversitätsstrategie der Brüsseler Kommission auf die Produktion und den Handel mit Holz und Holzprodukten in der EU und in Drittländern.

Eine Verringerung des Holzeinschlags in den europäischen Wäldern würde global zu einer Verlagerung der Holzproduktion führen, die negative Umweltauswirkungen haben könnte. Diese Warnung findet sich in einer gestern vorgelegten Studie des Thünen Instituts. Untersucht wurden die Auswirkungen der Biodiversitätsstrategie der Brüsseler Kommission auf die Produktion und den Handel mit Holz und Holzprodukten in der EU und in Drittländern. Dazu wurden zwei verschiedene Umsetzungsszenarien, konkret jeweils ein "moderates" und ein "intensives" Umsetzungsszenario, mit einem "Business-as-usual"-Szenario als Referenz verglichen.

Den Studienergebnissen zufolge beträgt die maximale Rundholzproduktion im Jahr 2030 in der EU im Referenzszenario 539 Mio m³. Bei einer moderaten Einschränkung der nachhaltigen Forstwirtschaft fiele die Produktion mit 490 Mio m3 um etwa 9 % niedriger aus. Bei einer intensiven Einschränkung würden nur noch 281 Mio m3 Rundholz produziert; das wären 48 % weniger als im Referenzszenario. Im intensiven Umsetzungsszenario des Instituts werden zum Beispiel alle Wälder, die älter als die üblichen Nutzungsalter sind, von einer weiteren Nutzung ausgeschlossen.

Nach Einschätzung der Forscher würde die geringere Verfügbarkeit von Rundholz in der EU zu einer niedrigeren Produktion von Schnittholz, Holzwerkstoffen und Zellstoff führen. Allerdings würde der Verbrauch dieser Holzprodukte nicht spürbar sinken. Vielmehr käme es dann zu einem deutlichen Rückgang der Exporte und zu höheren Importen. Parallel dazu würde die Erzeugung in Nicht-EU-Staaten ausgedehnt, so das Thünen-Institut. Dadurch könnte aber nicht der gesamte Produktionsrückgang in der EU ausgeglichen werden.

In der Folge würde es nach den Schlussfolgerungen der Wissenschaftler zu einer Verringerung der weltweiten Holzerzeugung kommen. Holzprodukte würden dann zunehmend durch energieintensiver hergestellte Produkte wie Stahl ersetzt. Viele dieser Produkte hätten aber eine schlechtere Klimabilanz als Holzprodukte, "so dass der beabsichtigte Nutzen für die Biodiversität durch Nachteile in anderen Bereichen erkauft werden könnte".

Für den Hauptverband der Deutschen Holzindustrie (HDH) macht die Studie klar, dass die Wirtschaft und die Umwelt in den Mitgliedstaaten mit dramatischen Nachteilen schon in diesem Jahrzehnt zu rechnen haben, wenn die EU weitere Nutzungsbeschränkungen in den Wäldern durchsetzen sollte. Große Teile der Holzindustrie wären gefährdet. Gleichzeitig würde sich die EU in einem weiteren Feld abhängiger von Importen machen. Und auch der Natur würde ein "Bärendienst" erwiesen, denn erst durch die Nutzung des Rohstoffs Holz in langlebigen, hochwertigen Produkten lasse sich das Klimaschutzpotential der Wälder voll nutzen. AgE

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